Luftkurort Edertal-Kleinern

Luftkurort Edertal - Kleinern

Lustig  Kleinern, das lebendige Dorf mit Zukunft

Erlebnisregion Edersee

 

     

 

Dorfrundgang ...

und mehr ...

 

 

Schloss Christiansburg

Modell vom ehemaligen

Schloss Christiansburg.

Standort: Wesetalstraße

Foto: Ortsvorsteher Waid

24. August 2010

 

 

1575

Waldeck / Kleinern, 1575

 

 

1733

Waldeck / Kleinern, 1733

 

 

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Kurzfassung Dorfgeschichte / Chronik Edertal Kleinern   >>> Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Fundstücke und -orte aus der Vor- und Frühgeschichte (Stadtmuseum Bad Wildungen, Lindenstraße)

  Ein geschliffenes Steinbeil aus der bandkeramischen Kultur

    (Jungsteinzeit, ca. 4800 v. Chr.).

    Fundort: Auf dem Flurstück “Lingen” am Eschelbach.

  Eine Feuersteinklinge der Michelsberger Kultur

    (Jungsteinzeit, ca. 3700 v. Chr.).

    Fundort: Gemarkung “Gehege”, Bergrücken Eschelbach / Bartenbach.

  Ein geschliffenes Feuersteinbeil

    (späte Jungsteinzeit, ca. 2500 v. Chr.).

    Fundort: Nahe vom Gipfel des Dicken Kopfs.

  Am Mühlenberg wurde ein vorgeschichtlicher Wall entdeckt.

Die Entwicklung des Ortes

Kleinern ist wahrscheinlich in der Zeit von 800 - 900 entstanden. 1225 wird der Ort erstmals urkundlich als Creinre erwähnt. 1250 bis ca. 1400 hatten die Herren von Kleinern, Lehensleute der Grafen von Waldeck, hier einen Burgsitz, der 1283 als im Besitz des Gumpert von Kleinern befindlich erwähnt ist. Unter ihrer Federführung entstand im 13. Jahrhundert eine kleine Dorfkirche.

1509 ging das Dorf vorübergehend in den Besitz der Herren von Löwenstein über.

1513 erwarb Asmus von Geismar I. einen größeren Hof in Kleinern und baute ihn zum Rittersitz derer von Geismar aus. Die Familie von Geismar erwarb 1523 für die im 13. Jahrhundert in Kleinern gegründete Kirche den 1521 in der Franziskanerwerkstatt von Meiterdorf (heute Frankenberg-Ederdorf) geschaffenen, kunstvollen Schnitzaltar. 1613 errichtete Asmus von Geismar II. südlich vom Ort einen neuen Burgsitz. Der Dreißigjährige Krieg führte zu einer Verarmung der Familie derer von Geismar, so dass sie 1660 ihr Burggut mit Herrensitz an den Grafen Christian Ludwig von Waldeck (1635 – 1706), den Stammvater aller späteren Fürsten und Grafen von Waldeck, verkaufen mussten.

Unter seiner Regie entstand dann unter Einbeziehung des Geismarschen Herrensitzes um 1662 das Schloss Christiansburg. Baumeister war der aus Mengeringhausen stammende Emanuel Brand. Nach Fertigstellung der Gebäude verlegte Christian Ludwig seinen Wohnsitz mit Hofstaat, Kanzlei und Regierung von Bad Wildungen nach Kleinern. Die Anlage war vierflügelig - mit quadratischem Innenhof - und umgeben von einem Wassergraben. Der zur Straße gelegene Flügel war zweigeschossig und hatte eine Toreinfahrt. Links schloss sich ein ebenfalls zweigeschossiger Flügel an - allerdings mit anderen Geschosshöhen - der zum Hof hin einen offenen Arkadengang im Renaissancestil besaß und in dessen Obergeschoss sich ein großer Festsaal mit offenem Kamin befand.

1681 bis 1694 entstand unter Federführung von Graf Christian Ludwig an der Stelle der alten, bereits baufälligen Kirche aus dem 13. Jahrhundert, ein neuer barocker Bau (1681 bis 1686: Kirchenschiff; 1689 bis 1694: Turm). Der Schnitzaltar von 1521 und die prachtvolle Holzkanzel von 1668 wurden von der alten in die neue Kirche übernommen.

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 Christiansburg 1662 bis ca. 1710

Zeichnung von Wolfgang Wolkers

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Nach dem Tod seines Vetters Fürst Georg Friedrich (1695) gelangte Christian Ludwig in den Alleinbesitz der Gesamtgrafschaft Waldeck und Pyrmont (Wildunger und Eisenberger Linie) und verlegte seine Residenz zum zentraler gelegenen >>>  Kloster-Schloss Bad Arolsen. Sein Sohn Friedrich Anton Ulrich vermählte sich 1700 mit Louise, Pfalzgräfin von Birkenfeld, und sie bewohnten noch bis 1706 Schloss Christiansburg. Nach dem Tode seines Vaters (1706) übernahm Graf Friedrich Anton Ulrich die Regierungsgeschäfte und verlegte seine Residenz ebenfalls nach Arolsen.

Fürst Friedrich Anton Ulrich ließ Christiansburg abreißen

Später, als Regierender des Fürstentums Waldeck und Pyrmont, ließ Fürst Friedrich Anton Ulrich die Christiansburg abreißen (um 1710), so dass von der über vier Jahrzehnte entstandenen Pracht leider nichts erhalten geblieben ist.

Schloss Christiansburg stand einst südlich der Wesetalstraße, gegenüber dem 1972/73 entstandenen Dorfgemeinschaftshaus, noch vor dem heutigen Sportplatz (Hof Ludwig Brüne).

Dorf geprägt von Forstwirtschaft und Eisenverarbeitung

1745 entstand in Kleinern eine Schmelzhütte zum Ausschmelzen von Eisen von in der Nähe abgebauten Erzen. Das gewonnene Eisen wurde in drei Hammerwerken weiter verarbeitet. 125 Jahre später (ca. 1870) erfolgte die Stilllegung der  Hammerwerke und der Schmelzhütte. Aufgrund der fortschreitenden Industrialisierung in Deutschland lohnte sich deren Betrieb nicht mehr.

1781 wird Kleinern zum Marktflecken erhoben. Land- und Forstwirtschaft sowie Eisenverarbeitung prägen zu dieser Zeit das Dorf.

1919 besteht Kleinern aus 82 Wohnhäusern. Der aus Düsseldorf stammende Kunstmaler Willi Tillmans baut sich ein Haus (Atelier)  am Elmsberg. Er erreicht durch seine zahlreichen Werke - Aquarelle, Ölbilder und Grafiken - überwiegend aus dem waldeckischen  Raum, einen hohen Bekanntheitsgrad.

Meilensteine in der Entwicklung seit 1960:

1967 Im Dorfkern wird der Heimbach auf einer Strecke von 350m zur Abwendung von Hochwassergefahren verrohrt.

1968 Kleinern wird staatlich anerkannter Erholungsort. Am 18. November weiht Pfarrer Richartz die neue Friedhofskapelle ein.

1969 Am südlichen Ortsrand (Kesselbachtal) entstehen im neu ausgewiesenen Wochenendgebiet die ersten Ferienhäuser.

1974 wird der bis dahin selbstständige Ort der Gemeinde Edertal zugeordnet.

1974 die von der Gemeinde Edertal angelegte Freizeitanlage wird an den Verkehrsverein Kleinern e.V. übergeben.

1983 staatliche Anerkennung als Luftkurort durch den Hessischen Fremdenverkehrsverband.

1993 wird Kleinern vom Hessischen Fremdenverkehrsverband als familienfreundlicher Luftkurort ausgezeichnet.

1994 wird im Rahmen des Regionalförderprogramms die Freizeitanlage Spicke erweitert und ein Dorferkundungspfad angelegt.

2002 Festveranstaltung 777 Jahre Edertal - Kleinern, das Kleinersche Logo entsteht (1225 bis 2002).

2004 wird das an Kleinern angrenzende Waldschutzgebiet (5724 Hektar) als Nationalpark Kellerwald-Edersee ausgewiesen.

2006 Einweihung der Erweiterung der Freizeitanlage Spicke (Sanitäranlage, Hängebrücke, neue Spiel- bzw. Erlebniselemente).

2007 Einweihung des "Info-Schmetterlings" (Vorstufe zu einem Nationalpark-Infozentrum).

2008 Kleinern qualifiziert sich für den Landeswettbewerb 2009 "Unser Dorf hat Zukunft". Preisgeld: 2000 €

2009 Kleinern gewinnt den Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" - verbunden mit 5000 € Preisgeld - und hat sich somit

   für den Bundeswettbewerb 2010 qualifiziert.

Heute ist Kleinern ein beliebter - ca. 625 Einwohner zählender - Luftkurort in der Ferienregion Edersee. Weite Mischwälder und herrliche Wiesentäler umgeben den zur Gemeinde Edertal gehörenden Ortsteil. Bis zum bekannten, zweitgrößten Heilbäderzentrum Deutschlands, Bad Wildungen, sind es 8 km, bis zum blauen Auge des Landkreises Waldeck-Frankenberg - dem Edersee - ca. 12 km (PKW) und ca. 6 km zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Mineralwasser liefern die - zu jeder Zeit zugänglichen - Kleinerschen Quellen, drei an der Zahl: Bathildisquelle, Dorf- und Mühlenbrunnen.

Historischer Überblick Residenzschloss Bad Arolsen (Quelle: www.schloss-arolsen.de)

Die Geschichte von Bad Arolsen führt bis in das 8. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit entstand dort der sächsische Edelhof Haholdehusen oder Aroldeshusen. Im 12. Jahrhundert war Haholdehusen im Besitz der Herren von Itter und Gepa von Itter stiftete 1131 den Edelhof Haholdehusen als Augustiner-Chorfrauenstift Aroldessen. Die Stiftungsurkunde, die das Jahr 1131 angibt, ist auch die Gründungsurkunde für Aroldessen, später Arolsen.  1526 bis 1530 wird das Kloster säkularisiert; es geht in den Besitz der Grafen von Waldeck über und wird zum Schloss umgebaut.

Von 1710 an wird das Kloster-Schloss abgebrochen und ab 1713 entsteht ein Barockneubau nach Plänen des Baudirektors Julius Ludwig Rothweil. Sein wichtigster Mitarbeiter war der Stuckateur Andreas Gallasini.

Nach einer Bauzeit von 16 Jahren wird das Residenzschloss 1728 fertig gestellt. Schloss und Stadt Bad Arolsen verdanken ihre Entstehung den Plänen des Fürsten Friedrich Anton Ulrich zu Waldeck (1676 bis 1728), der 1711 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde.

Am 13.09.1720 hielt das Fürstenpaar feierlichen Einzug in das Schloss. Die Deckengemälde des Italieners Carlo Ludovici Castelli wurden in den Jahren 1721 bis 1722 ausgeführt. Der Kasseler Maler Magnus de Quitter malte 1721 die Supraporten in den "Pfälzischen" - und "Kronprinzen" -Zimmern.

1728 wurde die Schlosskapelle im östlichen Außenpavillon eingeweiht. Nach dem Tode von Fürst Friedrich Anton Ulrich kam Fürst Carl (1728 bis 1963) an die Regierung. Mit der Ausgestaltung des Audienzzimmers der Fürstin (Roter Salon) erreicht das Rokoko in Arolsen seinen Höhepunkt.

Im Residenzschloss Bad Arolsen können Sie folgendes besichtigen:

Den steinernen Saal oder Gartensaal mit herrlichen Stuckarbeiten und Deckengemälden

Das Pfälzische Zimmer mit einem Gemälde Heinrich Tischbein dem Älteren (1757) sowie Tapisserien aus Amsterdam.

Die Alhambra-Hochzeitsgabe (1853) der Prinzessin Helene von Nassau (Mutter der Königin Emma der Niederlande)

Das Treppenhaus mit Deckengemälden aus der griechischen Sage und Büsten aus italienischem Marmor

Den weißen Saal oder oberen Festsaal mit Gemälden von Tischbein, Meytens und Aldegrever

Den Musiksalon mit Porzellanofen sowie Gemälden von Meytens, Querfurt und Tischbein

Den weißen Empire-Salon oder Damensalon mit Möbeln - hergestellt vor 200 Jahren von dem Arolser Schreiner Kaulbach

Den roten Empire-Salon mit Deckengemälden. Bilder von Tischbein und Hackert. Möbel und Schreibsekretär von Kaulbach

Den blauen Salon, Gästezimmer mit Deckengemälde aus der griechischen Sage und Bildnis der holländischen Königin Emma

Das Kronprinzenzimmer mit einer gedeckten Tafel, Gemälde "Die Schlacht im Teutoburger Wald" von Tischbein.

Den kleinen Flur mit einer Reihe von Hellebarden.

 

 

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